So können wir uns Wissen besser merken!

Kennst du das auch? Du findest einen Spruch unglaublich cool und willst ihn dir merken oder jemand hat eine pfiffige Idee erzählt, die du auch mal ausprobieren möchtest. Doch bis du zu Hause bist, hast du sie wieder vergessen. Schade. Wir wollen uns Dinge unbedingt merken und irgendwie klappt es nicht.  Oder wenn wir Präsentationen halten, wollen wir, dass wir unsere Botschaften so übermitteln, dass sie in den Köpfen der Menschen hängen bleiben und sie sich noch später an die wesentlichen Punkte erinnern. Aber wir haben keine Ahnung, wie uns das am besten gelingen könnte.

Warum können wir uns so wenig an Wissen erinnern, obwohl wir kurz vorher so richtig Feuer und Flamme waren? Und was kannst du tun, damit deine Online-Präsentationen und deine Beiträge in Meetings und bei Vorträgen besser in Erinnerung bleiben? Diesen Antworten kommen wir gleich auf die Spur.

 

Warum vergessen wir kurzfristig so viel Wissen?

Manchmal fühlt es sich so an, also ob unser Gehirn ein löchriger Schweizer Käse ist. Wir vergessen viel, obwohl wir nicht krank sind. Das nervt und verunsichert. Doch dahinter steckt ein cleverer und gesunder Mechanismus unseres Gehirns. Denn das Gedächtnis vergisst teilweise aus Absicht. Das Gedächtnis sortiert einfach Unwesentliches aus und fokussiert sich auf das Wichtige und Wesentliche. Mehr dazu findest du auch imBlockartikel: „Wie clever arbeitet unser Gehirn?“

Und wenn in kurzer Zeit sehr viele neue spontane Eindrücke auf unser Gehirn „einprasseln“, dann sortiert es radikal das Unwesentliche aus. Wenn unser Gedächtnis also das Unwichtige entsorgen kann, ist es in der Lage, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, Probleme zu lösen und zu reflektieren.

Durch diesen Mechanismus, vor allem durch das Vergessen, schaffen wir Raum für Wesentliches und Bedingungen für Neues.

Denn: Unsere Umwelt verändert sich permanent und das immer schneller. In dieser Dynamik muss sich das Gehirn anpassen.

Aktuell predigen viele Experten, wie wichtig es ist, Neues zu lernen und sich fortlaufend weiter zu entwickeln. Nur wenn der Kopf schon voll ist und qualmt, kann sich das Gehirn nur helfen, indem es entrümpelt. Quasi aktiv verlernt und vergisst.

Du kannst das bei dir selber vielleicht auch gut wahrnehmen: Das, was ich gerade sehe, höre, wahrnehme, wird kurz im Gedächtnis gespeichert, aber auch nur solange, bis der nächste noch stärkere Sinneseindruck ins Gedächtnis eindringt.  Löschen und Vergessen ist daher ein cleverer Prozess unseres Gehirns.

Doch was können wir nun tun, damit wirklich Wichtiges auch im Gedächtnis hängen bleibt und sogar ins Langzeitgedächtnis kommt?

 

Wie bleibt das Wissen länger im Gedächtnis?

Ok. Das Gehirn schmeißt immer wieder Erlebtes und „Müll“ aus dem Gedächtnis. Es löscht gnadenlos Unwichtiges. Doch wie schaffen wir es dann, uns bewusst Interessantes und Neues zu merken? Die Lösungen stecken in den 7 Tipps.

Diese 7 einfachen Tipps basieren auf neurobiologischen und lernpsychologischen Erkenntnissen aus der Wissenschaft und helfen uns, Wissen einfacher zu merken. Und los geht es!

 

Mit diesen 7 Tipps  bleibt „Wichtiges“ besser im Gedächtnis kleben:

 

  1. Anker setzen

Egal ob in Webinaren, bei Vorträgen oder Online-Präsentationen: Frag dich immer, welches Vorwissen es zu deinem Thema gibt. Das gibt dir einen Hinweis, wie du einen gemeinsamen Anker setzen kannst. Du kannst dann bildlich eine Brücke schlagen, auf die alle drüber gehen und zu deinem Thema über- oder einleiten. Also quasi eine Art Eselsbrücke.

 

  1. Visualisieren

Unser Gehirn übersetzt die gehörten Informationen in Bildern. So können wir uns die Infos besser vorstellen und analysieren, ob die Informationen für uns Relevanz haben. Unter anderem aus der Neurolinguistik kennen wir das Beispiel mit dem rosa Elefanten. Da heißt es: “Denken Sie bitte jetzt nicht an den rosa Elefanten“. Und weil wir in Bildern denken, sehen die meisten Menschen einen rosa Elefanten, obwohl wir es nicht tun sollten.

 

  1. Merkwürdig

Bleiben wir einmal bei diesem Beispiel mit dem rosa Elefanten. Hast du schon mal einen rosa Elefanten gesehen oder eine echte lila Kuh? Vielleicht im Fernsehen, aber in der Natur sehen diese Tiere anders aus. Doch weil diese Tierbeschreibung so unwirklich und auch komisch anmutet, weil es so merkwürdig ist, können wir uns solche kuriose Beispiele besonders merken. Sie sind es im übertragenden Sinne wert, sich zu merken und unser Gehirn ist hierfür besonders empfänglich.

 

  1. Pausen

Mach mal Pause und hol tief Luft! Du kennst das vielleicht auch: permanentes Dauerrauschen, ständiger Input oder auch zu viel und zu komplexe Informationen auf einmal.  Je länger Infos in Hülle und Fülle ins Hirn fluten, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das Hirn die Schleusen dicht macht und kein Wissen mehr aufnimmt, weil es mit der Bearbeitung nicht mehr nachkommt. Wir schalten dann ab. Wir haben sprichwörtlich ein Overload. Es ist wichtig, dass unser Gehirn eine kleine Verschnaufpause erhält, um den Schwall an Informationen sorgfältig zu prüfen und zu verarbeiten.

 

  1. Laut reden

Schauspieler üben ihren neuen Text laut und wiederholen ihn immer wieder, bis sie ihn können. Sie reproduzieren ihren auswendig gelernten Text und hören dabei ihre eigenen Worte. So erleben sie, wie sich das Gelernte festigt und ob es stimmig ist. Wenn wir uns selber das Gelernte oder einen Sachverhalt erklären oder wiedergeben können, haben wir die Informationen auch verstanden. Das Gehirn versteht durch die Wiederholungen und die ganze Art und Weise des Lernens, dass die Informationen wichtig sind und ins Langzeitgedächtnis abgespeichert werden müssen.

 

  1. Handschriftliche Notizen

Es gibt verschiedene Methoden, wie wir unsere Gedanken sehr einfach sortieren können. Dafür sind mittlerweile viele tolle digitale Apps und Tools erfunden worden. Interessanter Weise greifen immer noch sehr viele Menschen- gleich welcher Generation – auf die traditionelle „Denker-Art“ zurück und machen sich handschriftliche Notizen. Mit Block und Stift versuchen sie ihre Gedanken aufs Papier zu bringen. Ich nenne es auch „Das Denken auf Papier“. Gedanken sortieren hilft dem Gehirn, sich auf ein Sachverhalt zu fokussieren und zu konzentrieren.  Nicht umsonst ist es wieder sehr modern geworden, ein Journal zu schreiben (Verlinkung Blogartikel). Was du selber notierst, ist für das Gehirn leichter zu verarbeiten. Die Klugscheißer unter uns würden jetzt sagen: “Wer schreibt, der bleibt“.

 

  1. Entspannung

Haben wir zu viel Stress, weigert sich das Gehirn offen gegenüber Veränderungen und Neuem zu sein. Das ist evolutionär tief in uns angelegt. Wir reagieren auf Stress entweder mit Angriff oder Flucht.  Wenn du dir unter Stress also mal eben schnell etwas merken möchtest, sind das schwierige Bedingungen. Viel einfacher ist es, diese Stressmomente aktiv zu unterbrechen. Du gönnst deinem Gehirn eine kurze Pause. Viele Menschen erzählen gerne davon, dass sie beim Duschen oder Joggen die besten Ideen haben. Das hat auch mit dem entspannten Zustand zu tun.

 

Fazit

Bei der schnelllebigen  Zeit wird es immer wichtiger, Neues zu lernen und Altes aus unserem Gedächtnis zu streichen. Die Halbwertzeit von Wissen verkürzt sich dramatisch. Umso wichtiger wird es, Menschen clevere Unterstützungen zu bieten, wie sie unsere wichtigen Infos in Webkonferenzen oder Online-Präsentationen besser merken können. Was bringt es, Menschen den tollsten Input zu bekommen und dieser ist schlecht dargeboten oder schlecht aufbereitet? Es bringt ihnen gar nichts! Es ist unsere Verantwortung in Zukunft viel abwechslungsreicher, klarer und bildhafter zu kommunizieren.


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