Wie clever arbeitet unser Gehirn?

Wie können wir uns Informationen besser merken und schneller bei Bedarf abrufen? Gibt es einen Trick, wie wir unsere grauen Zellen schnell auffüllen können? Und woher weiß das Hirn, welche Infos wichtig oder weniger wichtig für uns sind? Um diese Fragen geht es hier und um 6 Tipps, wie unser Wissen garantiert besser im Gedächtnis kleben bleibt. Ein recht unwissenschaftlicher Blickwinkel.

 

Wie ein Wissensnetz entsteht

Was wir lernen, wird im Gehirn in neuronalen Netzen gespeichert. Das sind quasi unsere Wissensnetze. Je mehr zusammenhängende Fäden wir in unserem Netz haben, umso ausgeprägter und dichter ist unser Wissen. Lose Wissensfäden entstehen gerade am Anfang, wenn wir etwas Neues lernen, auf Reisen gehen und etwas entdecken. Damit sich die einzelnen Wissensfäden verbinden, braucht es viele Wissensfäden zu demselben oder ähnlichen Themengebiet.

 

Woher weiß das Gehirn, dass es die Info speichern muss?

Manchmal stelle ich mir das Hirn wie ein riesen großes Auffangbecken für Informationen vor. Egal ob wichtige Informationen oder Unwichtige. Nur kann das Becken ein begrenztes Volumen und irgendwann ist es voll. Wenn dann niemand aufpasst, läuft das Gehirn sprichwörtlich über. Naja, das Gehirn wird wohl nicht überlaufen, doch wenn es voll ist, geht halt nichts mehr rein.

Woher weiß das Gehirn also, welche Information gespeichert werden soll und welche in die Müllverbrennung kann oder einfach nur gelöscht werden sollte?

Unser Gehirn ist ziemlich clever.

Es besitzt die Gabe, sich Fakten und alltägliche Ereignisse zu merken. Sogar Jahre später kann das Gehirn diese Infos noch aus den Schubladen hervorkramen.

 

 

Vom Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis

Eigentlich gibt es drei Gedächtnissysteme: Das sensorische Gedächtnis, das Kurzzeit- und das Langzeitgedächtnis. Da ich aber in diesem Artikel wirklich nur sehr, sehr vereinfacht erklären möchte, wie sich das Gehirn etwas merkt und uns Wissen zur Verfügung stellt, vernachlässige ich an dieser Stelle das sensorische Gedächtnis.

 

Das Kurzzeitgedächtnis

Im ersten Schritt gibt es das Arbeits- oder auch Kurzzeitgedächtnis genannt. Es speichert Informationen ein paar Sekunden, höchstens aber wenige Minuten.

Informationen, die unwichtig sind, werden hier wieder rigoros gelöscht. Informationen, die wichtig sind, werden in das Langzeitgedächtnis durchgelassen.

 

Das Langzeitgedächtnis

So können hier schöne Ereignisse des letzten Urlaubs, das gelernte Faktenwissen wie mathematische Formeln oder auch Computercodes abgelegt werden. Dieses Wissen kann ich quasi aus den Tiefen des Hirns wieder bewusst herauskramen, also deklarieren. So nennt sich dieses Gedächtnis auch deklaratives Langzeitgedächtnis.

Es gibt aber noch einen weiteren Teil im Langzeitgedächtnis. Den prozessualen Teil. Hier werden vor allem die Bewegungsabläufe wie Schreiben, Inline-Skaten, Fahrradfahren usw. gespeichert. Das sind vor allem Abläufe, die wir automatisch wieder geben und dabei überhaupt nicht nachdenken müssen.

Damit unser Gehirn nicht komplett überfordert wird, geht es arbeitsteilig vor. Das Lernen und Erinnern passieren stufenweise.

 

Das Kurzzeitgedächtnis: Hier geht die Post ab!

Ich nenne das Kurzzeitgedächtnis auch die „Vorhalle zum Langzeitgedächtnis“. Manchmal stelle ich mir das Gehirn wie eine riesen große Lieferhalle vor.

In der Vorhalle nimmt ein grimmig dreinblickender und blässlicher Mann die gelieferten Pakete an. Seine tägliche Aufgabe ist es, die eingehenden Pakete vorzusortieren. Er ist quasi der Filter zum Langzeitgedächtnis. Nur die Pakete, die zum Langzeitgedächtnis weiter geschickt werden, werden sorgsam auf ein Förderband geleg und weiter befördert. Die meisten Pakete werden jedoch aussortiert. Der grimmige Mann stuft sie einfach als „unwichtig“ ein und somit fallen sie durch ein großes, löchriges Sieb und sind dann weg, gelöscht.

Im Grunde ist das Kurzzeitgedächtnis wie ein Flaschenhals. Nicht alle Infos können da durch. Einige schaffen es, die  meiste jedoch nicht.

Welche Informationen lässt das Kurzzeitgedächtnis denn weiter? Der grimmige Mann weiß doch gar nicht, ob ein Paket wichtig ist oder was drin steckt.

 

Er hat 2 Entscheidungskriterien:

  • Nur etwa 7 Pakete werden zum Langzeitgedächtnis durchgelassen. Wir Menschen sind nicht in der Lage, mit zu vielen Themen zu jonglieren, im Schnitt sind es nur circa sieben.
  • Und das andere Kriterium ist, wenn die Beschriftung bereits sehr eindeutig ist oder einen hohen Wiedererkennungswert hat oder besonders merkwürdig ist. Dann weiß der alte Mann sofort, dass es ein wichtiges Paket ist und lässt es einfach zum Langzeitgedächtnis durch.

 

Wie tickt das Langzeitgedächtnis?

Das Langzeitgedächtnis ist eine unendlich große, unerschöpfliche Speicherhalle. Dort werden alle Informationen aufbewahrt, die für uns wichtig sind. Quasi eine nicht fassbare Menge von Erlebnissen und Fakten. Ich stelle mir diese Speicherhalle mit riesen großen Regalen wie bei Amazon vor. Für jedes Thema eine neue Schublade, irgendwie geordnet, trotzdem kaum mehr zu überblicken.

Und immer, wenn das Kurzzeitgedächtnis ein Paket durchlässt, dann hat der Mitarbeiter im Langzeitgedächtnis die Aufgabe, das Paket in das richtige Regal zu legen. Und dieser Mitarbeiter ist auch clever. Die häufig gebrauchten Themen, hat er alle in seine Nähe gelagert. Dann braucht er nicht, so weite Wege zu gehen. Themen aus der Kindheit befinden sich noch weiter hinten im Langzeitlager, geraten aber niemals in Vergessenheit.

Nur über manche Pakete ärgert sich der Mann vom Langzeitgedächtnis doch sehr. Da landen Pakete bei ihm, die sind unklar gekennzeichnet. Die können im Grunde in zwei, drei Schubladen einsortiert werden. Das bringt ihn richtig zur Verzweiflung. Deshalb parkt er das Paket im Durchgang, und oft stolpert er darüber, bis es ihm zu bunt wird. Dann sortiert er es irgendwo ein oder löscht es wieder.

 

6 Tipps, wie wir uns Wissen besser merken können

Es gibt ein paar sehr wirkungsvolle Tipps, wie wir dem Gehirn helfen können, viel einfacher das Wissen abzulegen oder wieder hervor zu holen.  Denn auch das Gehirn hat ein paar Vorlieben und Eigenarten, die wir für uns nutzen können.

 

  1. Visualisieren – Denken in Bildern

Das Gehirn übersetzt Wörter oder auch Sätze in Bilder. Und je bildarmer unsere Sprache ist, also je abstrakter wir formulieren, umso schwieriger kann sich das Gehirn überhaupt etwas bildhaft vorstellen und merken. Deshalb ist es gerade bei komplexen Zusammenhängen und trockenem Wissensstoff hilfreich, dem Gehirn auch eine Analogie mitzugeben. Also ein: „Es ist wie in einer Werkstatt… oder auf einer bunten Wiese“.

 

  1. Merkwürdigkeiten

Wenn etwas merkwürdig ist und es aus dem normalen Rahmen fällt, dann kann sich das Gehirn dieses gut merken. Folgendes Sprichwort kommt daher auch nicht von ungefähr: „Fall auf, dann bleibst du besser in Erinnerung“.

 

  1. Pausen

Das Gehirn braucht Pausen, auch um den riesen großen Haufen an Informationen zu bewerten, zu sortieren und den Großteil zu entsorgen. Wenn das Gehirn permanent Höchstleistung bringen muss, hat es Stress und es wird schneller müde. Daher sollten wir aufpassen, dass es nicht kollabiert und streikt. Gönne ihm häufiger mal eine kurze Pause und unterbrich deine Tätigkeit, atme mal bewusst durch.

 

  1. Gedanken aussprechen

Du kennst das vielleicht auch: Du hörst eine neue spannende Info und scheinst, diese auch sofort verstanden zu haben. Doch wenn wir jemandem diese tolle Information auch mitteilen wollen, merken wir, dass wir die wichtigen Inhalte gar nicht mehr zusammen bekommen. Nur wenn wir die Info uns selber auch erklären können, haben wir das Gelernte oder auch die neu aufgeschnappte Information verstanden. Daher hilft es sehr, die Informationen zu wiederholen und die Wiederholung laut auszusprechen. Wenn dir das gelingt, dann hat es auch dein Hirn verstanden.

 

  1. Schreiben

Kurze Notizen machen, Gedanken aufschreiben. Damit hilfst du deinem Gehirn sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Gehirn hüpft sonst immer wieder von einem Gedanken zum nächsten. Doch beim Schreiben fokussiert es sich und konzentriert sich auf die Bewegungen und die Gedanken, die du auch zum Papier bringen möchtest.

 

  1. Entspannung durch Schlaf

Täglich produzieren wir eine Unmenge an Stress und versetzen unseren Denkmotor in negativen Schwingungen. Wissenschaftler haben schon lange festgestellt, dass das dem Gehirn schadet und es sich häufiger entspannen muss. Dabei hilft regelmäßiger und tiefer Schlaf sehr.

 

 

 


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