… dann kann er was erleben.

Kennst du diesen Satz von Janosch auch? Wir alle lieben Reisen. Aus dem Alltagstrott ausbrechen und ein kleines Abendteuer starten. Freiheit schnuppern. Wir freuen uns innerlich auf den Urlaub, das Reisen, den Tapetenwechsel.

Einfach auf die Veränderung.

Doch im Job mögen wir Veränderungen gar nicht und empfinden sie als stressig. Auch weil wir selten einschätzen können, was die persönlichen Konsequenzen aus der Veränderung für uns bedeuten könnten. Was ist der Preis der Veränderung, den wir zahlen müssen? Aktuelle Veränderungsthemen in Unternehmen machen uns Angst. So stehen viele Beschäftigte den Veränderungsprozessen wie zum Beispiel Digitalisierung, Automatisierung, Optimierungen ablehnend gegenüber.

 

Getrieben sein

Der Druck in Unternehmen nimmt zu. Die dynamischen Märkte sprechen ihre eigene Sprache, die Marktteilnehmer können häufig nur noch reagieren. Daher werden immer mehr  Changeprojekte im Schweinsgalopp angestoßen. Doch Veränderungen lassen sich nicht einfach verordnen und argumentieren. Das stößt bei Menschen auf Widerstand und erzeugt Angst.

Wenn mir jemand sagt „Du musst dich verändern!“ oder „Wir werden einen Changeprozess einleiten – du bist betroffen und musst mitmachen!“, dann kräuseln sich die Nackenhaare vor lauter innerer Ablehnung.

Wann bist du bereit, dich zu verändern oder mitzumachen? Meist sind wir für Neues erst dann offen, wenn die Notwendigkeit erkannt und ein Gefühl vorhanden ist, dass es an der Zeit ist, mal „durchzulüften“ und mitzumachen. Es braucht innerliche Einsicht.

 

Auf Entdeckungsgreise -Was treibt dich an?

Als Kleinkind sind wir neugierig und blicken offen, unvoreingenommen in die Welt. Wir wollen alles erkunden, ausprobieren. Das ganze Leben ist ein einziges Abendteuer und eine Entdeckungsreise. Als Kind lernen wir ohne Anstrengung. Durch Neugierde, Versuch und Irrtum. Diese gesunde Neugierde lässt uns jeden Tag wie eine einzige Entdeckungsreise erscheinen, auf die jedes Kind aus einem inneren Antrieb heraus Lust hat.

Laut dem Hirnforscher Gerald Hüther verlieren wir die natürliche Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen, spätestens ab der Schulzeit. Von da an Lernen wir in einem vorgegebenen System, auf Lernwegen, die bereits ausgetrampelt und für uns vorbestimmt sind.

Doch die bittere Realität im Erwachsenenleben ist, dass wir uns den Blick über den Tellerrand immer dann erlauben, wenn wir eine Auszeit planen und in den Urlaub fahren wollen. Also ein bis zweimal im Jahr…

Während des Urlaubs blühen wir auf. Wir erleben staunend andere Kulturen und Lebensweisen und merken, wie uns das inspiriert. Wir entdecken oder probieren neue Geschmacksrichtungen aus. Und wir fühlen uns dabei glücklich und zufrieden.

Ich habe mich gefragt, ob es Möglichkeiten gibt, ganz bewusst häufiger auf Entdeckungsreise zu gehen und „Reisezeiten“ fester in das eigene Leben einzuplanen ohne, dass ich großartig die Koffer packen muss.

Und dann habe ich vor 10 Tagen mein Experiment begonnen.

 

Das Experiment – Meine Learning Journey

Ich möchte zu meinen beruflichen Themen „Arbeit und Lernen“ neu inspiriert werden.

Ich möchte verstehen, wie ich mir die Zukunft in diesem großen Bereich vorstellen kann, mit welchen Entwicklungen kann ich rechnen?

Die Idee: Mit diesen Gedanken bin ich über das Thema „Learning Journey“ gestolpert. Und so entstand die Idee, meine eigene Learning-Journey zu planen.

Ich habe mir gezielt den Monat März bis Mai heraus gesucht und überlegt, was mich interessiert, was ich wissen möchte und woher ich Antworten bekommen könnte. So habe ich dann verschiedene Veranstaltungsseiten von eventbrite.de und facebook durchstöbert. Und bin fündig geworden.

Ich habe mir vorgenommen, an mindestens eins bis zwei persönlichen Veranstaltungen in der Woche teilzunehmen, eine neue Stadt innerhalb von drei Monaten kennen zu lernen, ein Museum zu besuchen und jede Woche einen neuen Podcast zu meinen Themen zu testen.  Das ist schon recht ordentlich für den Anfang. Ganz bewusst habe ich mein Augenmerk auf das persönliche Kennenlernen und Netzwerken gelegt.

 

Hintergrund: Was ist eine Learning Journey?

Learning Journeys gibt es schon lange. In Deutschland gibt dafür noch den altbackenen Namen „Bildungsreisen“. Doch Learning Journeys sind derzeit voll im Trend.

Learning Journeys werden zum Beispiel für Teilnehmer organisiert, die das Leben und Arbeiten im Sillicon Valley oder von China kennen lernen wollen, die verstehen wollen wie das mit der „Digitalen Transformation“ so geht.

Ziel solcher Reisen ist es, unkonventionelle Unternehmer, Investoren, Startups und Branchenexperten kennen zu lernen, und einen inspirierenden Austausch zu erleben. Mittlerweile gibt es solche Reisen auch für die Städte Berlin und München.

Eine Reise ins Sillicon Valley oder nach China anzutreten, ist sicherlich sehr reizvoll. Sie ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden und ich hatte mir vorgenommen, meine persönliche Learning Journey in meinem näheren Umfeld zu starten.

 

Learning Journey: 3 Tipps für deine Reise

Wenn wir an Reisen denken, denken wir schnell an Urlaub, die Sonne und das Meer. Eine spannende Reise kann aber auch in unserer nahen Umgebung stattfinden.  Themenreisen eigenen sich dazu wunderbar.

Zum Beispiel habe ich hierzu  in meiner Rubrik „New Work & Lernen“ tolle Veranstaltungen an inspirierenden Orten und Locations gefunden. Ein anderes Thema könnte auch „Kunst & Kultur“ sein. Vieles davon passiert vor unserer Haustür und ist uns wenig bewusst.

Es gibt verschiedene Arten, wie du auf Entdeckungsreise gehen kannst. Ein paar Tipps möchte ich dir hier mitgeben:

  • Tipp 1 – Treffe Menschen, die zu deinem Thema etwas zu sagen haben, z.B. auf Meetups & Barcamps, Themencafe´s . Die besten Eventmonate sind März bis Anfang Juni & Anfang September bis Mitte November
  • Tipp 2 – Höre neue Podcasts, schaue dir YouTubes an oder lese aktiv spannende Bücher (siehe dazu auch meine Top 10 Podcast-Empfehlung)
  • Tipp 3 – Verreise, lerne neue Städte und Menschen kennen (siehe dazu auch mein Video zum Thema Reisen)
  • Bonus-Tipp – Sprich über deine Learnings. Du wirst überrascht sein, wieviel Inspirationen du von anderen Menschen zurückbekommst!

 

Diese drei Tipps sind nur Beispiele von vielen. Überleg gerne, wie du das Prinzip dahinter auf dich übertragen könntest.

Nochmal: Wenn du selber der Initiator der Entdeckungsreise bist, öffnest du dir automatisch die Türen zum Zukunftsdenken und wirst vielleicht selber Entdecker, anstatt dich von dem Druck des Wandels treiben zu lassen. Wir befinden uns im starken Veränderungszwang. Umso vorteilhafter ist es, wenn wir selber in der Lage sind, die Notwendigkeit nachzuvollziehen und zum Mitgestalter werden.

 

Wie könnte deine Reise aussehen?

Für eine Learning-Journey gibt es keine feste Regel, kein Gesetz! Jeder von uns hat andere Voraussetzungen. Der eine ist Single und kann über die Freizeit komplett frei verfügen. Der andere hat Familie oder pflegebedürftige Eltern. Bei jedem sind die Voraussetzungen, mal wirklich eine Learning-Journey zu initiieren sehr unterschiedlich.

Doch jeder kann eine Reise starten.

Egal ob es ein kleiner Spaziergang, ein informativer Abend, ein Tagesausflug in die Natur, ein Wochenend-Tripp in eine unbekannte Stadt oder ein richtiger Urlaub ist. Reisen öffnet Perspektiven. Reisen gibt uns Möglichkeiten, Neues auf eine besondere Art und Weise zu entdecken und holt uns aus unserer Komfortzone.

Die 3 oben genannten Tipps sollen dir eine Anregung geben, welche Möglichkeiten es gibt. Vielleicht überlegst du dir, 1 bis 2 Mal im Monat an einem Meet-up teilzunehmen oder jede Woche einen Podcast zu hören. Das ist auf jeden Fall ein guter Weg, um deine Neugierde, das Entdeckergen wieder stärker hervor zu holen!

Was glaubst du, wie könnte deine Learning Journey aussehen?

 

 

 


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