Drei Sätze, die dir helfen können, ein Gespür für digitale und gesellschaftliche Themen zu entwickeln.

In den letzten Wochen habe ich drei spannende Sätze gehört, die für mich ein persönliches Ausrufezeichen sind, wenn es um eine grundlegend positive Haltung zur Veränderung im Job und im persönlichen Leben geht.

Disruptive Veränderungen sind für uns sehr herausfordernd und verunsichern. Gleichzeitig bieten sie unfassbar viele Chancen für die Zukunft. Um diesen Chancen ins Auge zu fassen und sie zu nutzen, braucht es eine offene Haltung für neue Zukunftsthemen. In der Fachpresse wird auch hierzu teils kryptisch von digitalem Mindset gesprochen.

Ich möchte gerne von meinen 3 Sätzen berichten, die mich persönlich inspiriert haben.

Und von einem krassen „Denkfehler“, der mir passierte und mich geschockt und ein wenig beschämt hat.

Aber der Reihe nach.

Der erste prägnante Satz spricht mir einfach tief aus der Seele und beschreibt, mit welcher Haltung ein Blick nach vorne und Weiterentwicklung passieren kann.

Die Journalistin und New-Work Expertin Inga Höltmann verwies in ihrer t3n-Kolumne auf einen Satz, den sie zuvor in einem Interview gesagt hat:

 

„Ich kann das. Und was ich nicht kann, lerne ich unterwegs!“

Dieser Satzt spricht mir aus dem Herzen.

Die Gesellschaft und die Arbeitswelt ändern sich sehr schnell. Was gestern noch richtig und akzeptiert war, wird heute in Frage gestellt oder ist schon „Schnee von gestern“. Es gibt derzeit so unendlich viele offene Fragen. Und wenig Antworten.

Stattdessen geht es darum, dass gerade Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter die Zukunft vorantreiben sollen. Aber wie nur?

Unisono heißt es von Experten: „Wir müssen mehr ins Tun kommen. Einfach machen. Und beim Experimentieren lernen.“

Nachhaltiges Lernen und Weiterentwicklung geschieht meist immer außerhalb der Komfortzone.

Ich sehe das genauso. Dennoch ist es für manche Menschen eine Herausforderung. Nur weil diese Sätze derzeit in fast jedem Fachartikel zu lesen sind oder Insider in den sozialen Kanälen diese Haltung immer wieder fordern, lässt sich der persönliche Schalter nicht mal eben umstellen.

Und trotzdem. Es bewegt sich etwas.  Allein die Auseinandersetzung mit den Themen der Zukunft sind kleine Saatkörner, die gepflanzt werden, um eine neue oder auch offenere Sichtweise einzunehmen.

 

Der Satz „Ich kann das. Und was ich nicht kann, lerne ich unterwegs.“ spiegelt vor allem eine zukunftsgewandte Haltung.

 

#Ichbinzuhaben

Holger Mollers und mein Weg haben sich vor einigen Jahren ganz kurz in einer Mastermind-Gruppe gekreuzt. Ich konnte leider aus beruflichen Gründen die Mastermind nicht fortsetzen. Und Jahre später habe ich zufällig auf Twitter von Holger gelesen.

Sein Hashtag ist: #Ichbinzuhaben

Holger sucht einen als Coach und Berater mit Leidenschaft für agile Organisationsentwicklung und postet mit diesem grandiosen Hashtag. Das finde ich klasse und besonders. Natürlich war ich neugierig und habe seine Website besucht.

Holger präsentiert dort eine sehr ansprechende Übersicht seiner persönlichen und fachlichen Skills, seiner  beruflichen Wünschen und er erklärt, was ihn antreibt und wofür er brennt.

Vielleicht gibt es diese Form der Präsentation häufiger, doch ich hatte sie in dieser Darstellung noch nicht gesehen.

Doch jetzt kommt´s!

Mein Denkfehler.

Ich habe mich dabei erwischt, wie ich mir folgende Frage nachdenklich, nicht vorwurfsvoll, sondern ernsthaft gestellt habe:

„Wie kommst du darauf, mit 60 Jahren von agilem Mindset und Lernen zu sprechen? Was „befähigt“ dich dazu? Und wie wirkt das auf das sogenannte agile Umfeld?“

Was auch immer agiles Umfeld ist.  Ist das nur ein junges Umfeld? Arbeiten in diesem Umfeld nur Kreative oder Hipster? Kann nicht ein 60-Jähriger ein offeneres, agiles MIndset haben als ein junger Mensch oder eine Mittvierzigjährige?

Klare und einfache Antwort: Ja

Ich bin Mitte 40. Im Verlauf meines Lebens hörte ich immer, dass man ab Mitte 40 / Anfang 50 zum „Alten Eisen“ gehört.  Dass es schwer ist, einen neuen Job zu bekommen und dass, wenn irgendwie möglich, diese Menschen in diesen Jahren vermeiden sollten sich nach neuen Herausforderungen umzusehen. „Man weiß ja nie, was dann noch so kommt“.

Ich halte mich selbst für offen und der neuen Zeit zugewandt. Doch habe ich gar nicht gemerkt, wie mich unterschwellig die limitierenden Glaubenssätze im Griff hatten.

Ich bin in die Falle getappt.

Holgers tolle Idee, in die agile Richtung zu gehen, habe ich unbewusst in Frage gestellt.

Und darüber bin ich sehr erschrocken.

Denn im Grunde verweigerte ich Holger eine Chance.

Wie viele Personaler und Entscheider in meinem Alter handeln so? Ganz unterschwellig?

Danke, Holger für das Wachrütteln!

 

Der letzte und dritte einprägende Satz stammt von Benedict Herle. In dem Podcast „On the way to New Work“ war er in der Ausgabe #90 zu Gast. Sein Zitat lautet sinngemäß:

 

„Wenn ein Kunde innerhalb eines Prozesses Brechreiz bekommt, dann ist das ein starkes Indiz dafür, dass dieser Prozess disruptierbar ist. “

Wie oft ist es schon vorgekommen, dass du auf der Website eines Anbieters warst und dann genervt oder sauer wieder von der Seite verschwunden bist, weil die Angaben nicht stimmten, das Bestellformular nicht funktionierte, du bei denen in der Hotline angerufen hast und irgendwie eine unfreundliche Stimme deinen „Sachverhalt“ aufgenommen hat.

Es gibt unzählig solcher Touchpoints zwischen Kunden und Unternehmen. Wenn es hier immer wieder an denselben Stellen knirscht, lohnt es sich stärker hinzusehen. Denn: Es ist dann davon auszugehen, dass gerade an diesen Stellen ineffizient gearbeitet wird.

Für interne Abläufe im Unternehmenshintergrund gilt das Gleiche. Wenn Abläufe immer an denselben Schnittstellen Probleme bereiten oder langatmige Diskussionen unter Mitarbeitern den Betrieb aufhalten, lohnt sich ein genauer Blick. Nicht selten sind es einige Monate später genau diese Stellen, die mit einem ERP-Tool, Recruiting- oder CRM-Software „behoben“ werden sollen. Diese Prozesse werden dann mal eben digitalisiert.

Es ist sehr spannend zu beobachten, welche Situationen immer wieder „Brechreize“ auslösen und welche Lösungen wir dann erwarten können.


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