Denken auf Papier

Ein Tagebuch schreiben? Persönliche Notizen, Erlebnisse und Erinnerungen niederschreiben – das ist wieder voll im Trend! Gerade in unserer schnelllebigen digitalen Zeit spüren Menschen, wie gut es ihnen tut, die persönlichen Gedanken und Ziele wieder auf Papier zu bringen.

Ich möchte dir eine Idee geben, was dir das Schreiben bringt. Und wenn du auch Lust hast, ein Journal zu schreiben, wie du es am besten und am einfachsten angehen kannst.

 

Journal schreiben – bringt das was in digitalen Zeiten?

In einer Zeit, wo viele Menschen ihr Leben auf Instagram, Facebook & Co. wirklich teilen, können wir den Eindruck bekommen, dass ein Journal – also ein leeres Buch aus Papier – völlig old school ist. Doch weit gefehlt! So ein Journal schafft die perfekte Gelegenheit, ganz persönlich die eigenen Gedanken und Erlebnisse zu sortieren und für sich nieder zu schreiben.

Das echte Schreiben in einem Journal hilft, die eigenen Erlebnisse und sich selber zu reflektieren und neue Gedanken sowie Ziele und Ideen zu entwickeln. Manchmal ist es sogar so, als ob du mit dir selber ein kleines Zwiegespräch führst und sich viele Bedenken in der Luft auflösen oder auch Gedanken erst Formen annehmen.

Auch wenn dein Tag mal weniger schön war, kann das Schreiben wie ein reinigendes Gewitter sein und hinterher siehst du die Welt wieder klarer.

 

Macht Schreiben schlauer?

Der Forscher Pam Müller von der Uni Pinceton wollte die Wirkung der Handschrift verstehen. Deshalb hat er eine Studie durchgeführt: Pam Müller teilte seine Unterrichtsklasse auf. Die eine Hälfte seiner Vorlesungsklasse sollte sich zu seinem Unterricht handschriftliche Notizen machen. Die andere Hälfte sollte für das Niederschreiben der Notizen den Computer nehmen. Im Anschluss stellte Müller konzeptionelle Fragen zum Unterrichtsstoff. Das Resultat: Die Studierenden, die mit Papier und Stift sich Infos notiert haben, wussten mehr.

Tendenziell scheint es so zu sein, dass durch das Schreiben Lernprozesse verstärkt werden. Durch den Schreibprozess sind wir deutlich konzentrierter, wir versuchen das mehr zu paraphrasieren und das neue Wissen zu verarbeiten und aktivieren unser Hirn mehr. Dadurch verankert sich das Thema deutlich stärker in unserem Gedächtnis, als wenn wir nur Infos stumpf in einem Laptop oder einer App einfügen. Deswegen ist es für uns einfacher, einen schriftlichen Tagesplan oder Struktur zu machen, als diese digital am PC zu erstellen. Wir denken auf dem Papier. Dadurch sind wir konzentrierter und schweifen weniger ab, als mit digitalen Tools.

 

 

Das Journal als Begleiter.

Mein Journal nehme ich überall mit hin. Egal ob ich eine Urlaubsreise mache oder geschäftlich nur eine Nacht im Hotel bleibe. Das Journal ist mir ein treuer Begleiter geworden. Und wenn ich irgendwann, vielleicht ein paar Jahre später, wieder darin blättere, erinnere ich mich vielleicht, für welche Themen ich gebrannt und welche Ziele ich erreicht habe, mit welchen Zweifeln und Sehnsüchten ich im inneren Dialog stand. Was gut oder weniger gut lief und wie ich mich weiterentwickelt habe. Vielleicht werde ich irgendwas Peinliches von mir lesen und schmunzeln oder Ideen wieder finden, die mir gerade helfen. Auf jeden Fall werden diese Erinnerungen ein Teil meines Lebens sein.

Warum ich so gerne in meinem Journal schreibe?

Ich gebe mir selber durch das regelmäßige Schreiben die Antwort, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Durch das Schreiben erkenne ich sehr gut, ob ich mich von meinen Zielen ablenken lasse oder in eine Sackgasse laufe und ob ich etwas verändern sollte. Mein Journal ist wie ein kleiner Kompass, der mir auch hilft, wieder auf Kurs zu kommen. Ich kann über mein aktuelles Leben reflektieren und auch über neue Chancen nachdenken und die Perspektiven wechseln.

Das alles sind Vorteile, die auch dir helfen können!

Ein Journal ist wie eine Brücke. Du kannst zwischen dem Erlebten, deiner Vergangenheit sehr schön in die Zukunft schweifen, dir Träume ausmalen und Pläne schmieden.

 

Warum möchtest du ein Journal führen?

Wenn du dir jetzt überlegst, auch ein Journal zu führen, warum würdest du das tun? Und wie würdest du ein Journal führen wollen? Vielleicht wundern dich jetzt diese Fragen. Als ich mir überlegt habe, ein Journal zu führen, war mir nicht bewusst, wie viele Möglichkeiten es gibt. Ich kann mir die Struktur eines Journals selber überlegen oder bereits vorgefertigte Journale kaufen. Da gibt es eine riesen Auswahl. Doch was will ich? Was passt zu mir?

Hier ein paar Fragen, die dir helfen, herauszufinden, wie du schreiben möchtest bzw. was dir bei einem Journal auch wichtig ist:

  • Möchtest du jeden Tag bzw. regelmäßig etwas schreiben?
  • Möchtest du zu einem bestimmten Thema (Ziel) schreiben oder lieberr nur deine Gedanken und Erlebnisse festhalten?
  • Magst du Leitfragen, die dir helfen, deine Gedanken leichter zu sortieren?
  • Kannst du dir vorstellen, vielleicht auch kleine Anekdoten oder Kurzgeschichten zu schreiben oder zu den Bildern auch zu malen?
  • Möchtest du in die Zukunft blicken oder Erinnerungen sammeln? Oder beides irgendwie kombinieren?
  • Magst du das Journal nur für bestimmte Anlässe, wie Reisen oder als Begleiter für bestimmte Lebensphasen (Veränderungen) nutzen?

Das wirklich Schöne ist: Für Journale gibt es keine Regeln!

Doch es gibt, wie schon erwähnt, unterschiedliche Themen-Journale, die es dir leichter machen wollen und dir eine Struktur zur Verfügung stellen. Je besser du verstehst, was du mit dem Journal möchtest, umso leichter findest du das Richtige für dich. Entweder kaufst du dir das passende Journal für dich oder du befüllst das Journal nach deinen Vorlieben, Wünschen und Bedürfnissen. Alles ist möglich und richtig!

Ich empfehle dir, es einfach mal auszuprobieren. Auch ich habe verschiedene Journale geführt. Manchmal war es für mich leichter, mein eigenes selbstgemachtes Journal zu nutzen und wenn ich mich wirklich fokussieren wollte, haben mir andere Journale, die ich kaufen konnte, viel besser geholfen. Jeder hat andere Vorlieben und diese können sich auch im Verlauf der Zeit ändern.

Doch einem Versprechen solltest du dir treu bleiben: Wenn du ein Journal führst, dann sei ehrlich mit dir selbst!

Und: Etwas in einem Journal zu schreiben, dafür Zeit zu investieren, ist keine Pflichtaufgabe. Es ist keine Strafe, auch wenn es vielleicht hier und da Überwindung kosten mag. Ein Journal ist vor allem „Me-time“!


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