Rational wissen wir: Veränderungen sind notwendig. Wir müssen uns weiterentwickeln und mit der Zeit gehen. Und mehr Mut zur Veränderungen aufbringen. Doch warum fällt es uns so schwer?

Die meisten Menschen lieben die Sicherheit, die Routine.

Routinen vereinfachen unser Leben in vielen Bereichen. Routinen verhindern allerdings auch den Mut und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren.

Du kennst das vielleicht selber: Jedes Jahr wieder – zum Jahreswechsel – denken wir über gute Vorsätze nach. Wir nehmen uns fest vor, ein Ziel in die Tat umzusetzen. Doch schon nach ein paar Tagen begrüßt uns der „Schlendrian“ und alles ist wieder beim Alten.

Doch warum tun wir uns so schwer Veränderungen in die Tat umzusetzen, obwohl es der eigene Wunsch war?

 

Verhaltensmuster haben uns fest im Griff

Unser Tagesablauf  ist bestimmt von unzähligen wiederkehrenden Abläufen: Wann klingelt der Wecker, wann nehmen wir das Frühstück ein, trinken wir Kaffee oder Tee dazu, welche Musik nebenbei? Es ist geregelt um wieviel Uhr die Kinder zum Kindergarten gefahren werden müssen, wann wir zur Arbeit fahren, welchen Weg wir zur Arbeit nehmen und wann der Feierabend eingeläutet wird…  Ob und wann wir zum Sport gehen, Fernsehen schauen oder einfach auf der Couch lümmeln. All das gibt uns Struktur und wird durch ein festgelegtes Verhaltensmuster bestimmt.

Durch diese Gewohnheiten und Routinen entstehen festgelegte Verhaltensmuster. Das geschieht fast unbemerkt. Dadurch brauchen wir uns um viele Dinge keine Gedanken mehr zu machen, denn Gewohnheiten schaffen Rahmenbedingungen, die uns unbewusst helfen, Entscheidungen zu treffen.

Viele alltägliche Gegenstände bekommen einen zugewiesenen Ort in unseren „vier Wänden“. Auch wir.  Wir haben einen festen Platz am Esstisch, auf dem Sofa oder im Bett. Das ist ganz normal.

Oder nimmst du ständig woanders Platz? Wie fühlt sich das an, wenn jemand auf deinem angestammten Platz sitzt?

Auf der Arbeit werden ebenfalls unzählige, teils „ungeschriebene“ Verhaltensregeln ausgeübt. Vieles ist geregelt und wir wissen daher genau, was und wann wir etwas tun müssen. Diese Rahmenbedingungen geben Struktur und Sicherheit.

Manchmal wünschen wir die uns liebgewonnenen Gewohnheiten auch zum Teufel! Und wir merken, dass sie uns einschränken und dass wir dadurch hinter unseren Möglichkeiten bleiben. Doch wir kommen dann nicht von der Stelle und bleiben in unserer Komfortzone stecken.

Warum ist das so? Warum schaffen wir es nicht, „den Schalter“ umzudrehen?  Selbst wenn wir uns einmal vorgenommen – sogar versprochen haben, etwas zu ändern. Wir wissen darum, doch ändert das etwas?

 

Warum lassen sich Gewohnheiten schwer ändern?

In der Regel sind wir nur aus zwei Gründen bereit, uns zu verändern: Entweder möchten wir etwas aus dem tiefsten Herzen heraus und sind intrinsisch motiviert oder es treibt uns die Angst zur Veränderung.  Diese 2 Faktoren sind sehr markant.

Viele Veränderungen werden angstmotiviert viel schneller und konsequenter umgesetzt. Veränderungen, die intrinsisch motiviert sind, sind toll, aber unterliegen viel intensiver den Kampf mit unserem „inneren Schweinehund“.

Zur Veränderung  braucht es grundsätzlich eine große Portion Selbstdisziplin. Viele Menschen kennen das: Sie haben sich vorgenommen abzunehmen. Nach ein paar Wochen ist alles beim Alten. Sie reden sich dann selber ein, dass sie nicht selbstdiszipliniert genug waren oder bekommen den Mangel an Selbstdisziplin von ihrem Umfeld gespiegelt.

Selbstdisziplin ist wichtig, um die eigenen Ziele zu erreichen. Der Fokus auf das Ziel und der unbändige Wille durchzuhalten. Das sind notwendige Zutaten, um das Wunschergebnis zu erzielen. Doch viele Menschen vergessen, dass Verhaltensänderungen erst über eine längere Zeit geschehen. Deshalb braucht es eine klare Strategie und Vorgehensweise.

Trotzdem: Wer sein Verhalten wirklich nachhaltig verändern möchte, kann es schaffen!

 

Verhalten ändern: Schritt für Schritt ans Ziel

Wer kennt das nicht? Wenn wir etwas verändern wollen, setzten wir uns häufig sehr große Ziele. Damit machen wir es uns unbewusst viel schwerer. Denn große Verhaltensänderungen kosten uns besonders viel Mühe, diese konsequent, auch wenn es mal nicht so läuft, durchzuhalten. Zu Beginn haben wir sehr viel Motivation und die Disziplin, das Wunschziel zu erreichen. Und dann: Kurze Zeit später verfallen wir wieder in altbekannte Verhaltensmuster.

Häufig ist es so, dass wir gerade bei großen Verhaltensänderungen, unsere persönliche Wohlfühlzone verlassen müssen. Wir fühlen uns jetzt eher unsicher und unwohl, trotzdem wir die Veränderung selber wollen. Und dadurch kommen wir mit uns in Konflikt. Es zieht uns unbewusst immer dorthin zurück, wo wir sicher sind. Deswegen mögen wir auch den Wandel nicht.

Aber Wandel, Veränderung und Fortschritt sind wichtige Bestandteile in unserem Leben. Egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Was braucht es daher, um Verhalten zu ändern?

 

  1. Ziel im Fokus

Wenn wir wirklich bereit sind, etwas zu verändern, dann muss das Ziel, das Ergebnis was erreicht werden soll, wirklich klar sein. Deswegen ist es wichtig, klar auszusprechen, was, bis wann und wie erreicht werden soll.

  1. Umfeld

Ein Umfeld, das uns in unseren Bemühungen unterstützt, ist Gold wert. Es bietet Halt und ist gleichzeitig Motivation, am Ball zu bleiben und an den Zielen zu arbeiten. Wenn ein Umfeld eher negativ auf die Bemühungen reagiert, das eigene Verhalten zu ändern, ist es hilfreich es zu meiden. Das negative Umfeld wird nämlich immer nur Zweifel streuen.

  1. Kleine Schritte

Visionen und große Ziele sind etwas Großartiges. Doch wenn man wirklich etwas verändern möchte, ist es wichtig, die Ziele in viele kleine Teilziele zu unterteilen. Wir alle mögen das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Es gibt uns Bestätigung und ein gutes Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

  1. Regelmäßigkeit

Routine, Gewohnheiten, Struktur. Das erreichen wir nur, wenn wir etwas sehr häufig und regelmäßig tun. Egal ob es Zähneputzen, der Morgenkaffee oder Fitness ist. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir uns am Anfang anstrengen. Erst wenn wir die Tätigkeit regelmäßig machen, sie einen festen Platz in unserem Tages- oder Wochenablauf hat, haben Veränderungen eine Chance, zu unseren Gewohnheiten zu werden.

  1. Belohnung

Neues zur Gewohnheit werden zu lassen, ist häufig mit mehr Anstrengung verbunden. Daher ist es auch so wichtig, Teilziele so zu stecken, dass sie mit ein bisschen Ansporn auch erreichbar sind. Und wenn das Teilziel erreicht wird, dann sollte man sich belohnen und stolz darauf sein, was bereits auf den Weg gebracht wurde.


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