Home-Office stellt Führungskräfte und Teams nicht selten auf die Probe. Smarte Führungskräfte sollten sich daher ganz genau vorher überlegen, welchen Mitarbeitern,  sie wann und wie die Möglichkeiten einräumen, im Home-Office oder mobil zu arbeiten.

Arbeiten Mitarbeiter aus deinem Team bereits im Home-Office oder denkst du darüber nach, Home-Office-Arbeitsplätze zu ermöglichen?

Home-Office und mobiles Arbeiten ist derzeit voll im Trend.

54%_mobile Arbeitsplätze

Einfach einen Home-Office-Arbeitsplatz zu genehmigen und einen Laptop zur Verfügung zu stellen, damit dein Mitarbeiter von zu Hause oder von unterwegs aus arbeiten kann – so einfach ist es nicht.

Über welche Themen du vor deiner Entscheidung im Klaren sein musst, damit die Teamzusammenarbeit, die Produktivität und das Zugehörigkeitsgefühl „trotz“ Home-Office funktioniert, verrate ich dir gleich.

In meinem Artikel „Onboarding für Home-Office-Neulinge“ habe ich schon über die Beweggründe berichtet, warum Home-Office über alle Altersgruppen hinweg immer beliebter wird.

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Mobiles Arbeiten“ von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGfP) belegt deutlich, dass mittlerweile 54% der Beschäftigten vorwiegend oder sogar ausschließlich mobil an wechselnden Arbeitsplätzen und nur noch 46% an einem stationären Arbeitsplatz, also im Büro, tätig sind.

Insbesondere die Arbeitszufriedenheit, Arbeitsleistung und die Arbeitsqualität der Beschäftigten entwickelte sich bei Mobile Worker positiv.

Ich bin nun schon fast 20 Jahre Führungskraft und leite mein Team seit ca. 5 Jahren aus dem Home-Office. Teile meines Teams arbeiten im Home-Office oder von einem Büro in einer Niederlassung aus. Zusammen bilden wir ein virtuelles Team.

Aus meinen praktischen Erfahrungen kann ich diese Ergebnisse aus der Studie nur bestätigen.

 

Was ich aber auch sehr spannend finde:

  • Die Arbeitsleistung der Beschäftigten, also die der Kollegen, verbesserte sich laut der DGfP Studie bei mehr als der Hälfte der Befragten aller Hierarchieebenen deutlich.

  • Jeder zweite Befragte (49 Prozent) sieht höhere oder viel höhere Anforderungen an soziale Kompetenzen wie Konflikt- und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, Führungsqualitäten und Kundenorientierung auf die Beschäftigten zukommen. Zu dieser Einschätzung kommen sowohl Teilnehmer mit als auch ohne Führungsverantwortung.

  • 78 Prozent sind klar der Meinung, dass Selbstführungskompetenz der mobilen Arbeiter immer wichtiger wird.

  • Kommunikationskompetenzen, wie schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit, Diskussionsfähigkeit oder partnerorientierte Kommunikation, werden ebenfalls stärker eingefordert.

  • Es gibt eher durchwachsene Einschätzung bei der Frage, ob sich Führungskräfte sowie Beschäftigte einer Organisation für die Anforderungen eines mobilen Arbeitsplatzes gut gerüstet sehen.

 

Smart Working

Home-Office ist kein „Notnagel“

Führungskräfte und Beschäftigte sind nicht immer gut auf Home-Office vorbereitet.

Was sind die echten Motive, warum Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten möchten?

Es ist häufig der Wunsch nach mehr Freiräume, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr persönliche Flexibilität usw.

Also in erster Linie ganz private und persönliche Gründe.

Das individuelle Motiv ist es, welches die Entscheidung für Home-Office treibt.

Alle anderen Fragen, wie z.B., ob der Mitarbeiter aus seiner Sicht über genügend Selbstkompetenz verfügt, von seiner Kommunikations- und Organisationsstrukturen her überhaupt in Frage kommt, sind häufig nachgelagert.

Und welche Auswirkungen hat die Entscheidung dann auch auf das Team, auf das Unternehmen?

Bin ich überhaupt der „Typ für Home-Office“? Wenn nein, kann ich mir die Rahmenkompetenzen dennoch aneignen? Und habe ich überhaupt ein Recht auf Home-Office?

Einige dieser sehr wesentlichen Fragen gehe ich in meiner 5 teiligen Home-Office-Guideline auf den Grund. Du kannst dich gerne dafür eintragen, ist kostenfrei.

 

 

Unternehmen werben ebenfalls stärker damit, dass Mitarbeiter von zu Hause oder von unterwegs aus arbeiten können. Sie wissen: gerade die Nachwuchsgenerationen schätzen diese Arbeitsform sehr.

Aber Unternehmen können nicht einfach davon ausgehen, dass Home-Office eine Generallösung für zig Probleme ist.

Diese kurzfristige Denke wäre wirklich fahrlässig!

Deshalb:

 

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5 Fehler, die du als Führungskraft unbedingt vermeiden solltest:

1) „Mitarbeiter ins Home-Office „abschieben“ oder die Mitarbeiter wollen sich „entziehen“

Gerade wenn Probleme im Team sind, suchen Führungskräfte nach Lösungen. Häufig ist jeder Mitarbeiter für sich in seinen Fähigkeiten für das Team und den Erfolg wirklich wichtig. Aber das Zusammenspiel untereinander funktioniert nicht immer.

Da kann man schon mal auf die Idee kommen, diesem Mitarbeiter eine Home-Office Option einzuräumen.

Oder es verhält sich anders herum.

Der Mitarbeiter, der mit dem Team nicht so gut klar kommt, möchte wohl für das Unternehmen arbeiten, aber nicht in dem Team und fragt nach einer Home-Office-Variante.

Home-Office ist in diesen Fällen kein selbsterklärtes Lösungsrezept.

Konflikte werden verlagert und temporär ausgesetzt.

Eine Führungskraft sollte daher diese Punkte vorher gut in den Entscheidungen berücksichtigen.

 

2)  „Home-Office MA kommen alleine ganz gut klar“

Wenn das mal kein Irrglaube ist.

Alle Mitarbeiter sind soziale Menschen.

Sie dursten nach Austausch, nach gemeinsamen Lachen, Diskutieren und danach, wahrgenommen zu werden.

Gerade wenn es sehr ruhig um einen Home-Office-MA ist, sollte bei Führungskräften ein Impuls kommen, den Kontakt zu suchen.

Nicht jeder Mitarbeiter kommt gut damit klar, immer wieder aktiv mit den Bürokollegen den Kontakt aufnehmen zu müssen, Entscheidungen des Teams gefühlt als „Letzter“ zu bekommen.

Oder die eigenen vier Wände beginnen einen zu nerven, weil keine räumliche Abwechslung zwischen Wohnung und Arbeitsort gegeben ist.

Eine Führungskraft sollte mit seinem Home-Office-Mitarbeiter im Kontakt bleiben – be connected!

 

3) „Home-Office-MA brauchen keine Führung“

Dieser Punkt verhält sich ähnlich wie der Punkt davor.

Eigentlich wünschen sich Home-Office-Mitarbeiter mehr Freiheit, mehr Freiräume für sich.

Im Umkehrschluss heißt das aber nicht weniger Führung.

Home-Office Mitarbeiter möchten trotzdem wahrgenommen werden, Teil von Feedack-Loops sein, Teil des Teams sein und das Gespräch mit dem Vorgesetzten.

Für eine Führungskraft macht es daher Sinn, die Kommunikationsstrukturen klar zu machen und transparent zu sein. Und für alle da zu sein.

Da ist nämlich noch eine Kleinigkeit: Home-Office-Mitarbeiter fühlen sich schneller benachteiligt, weil sie eher in den Hintergrund geraten, z.B. wenn eine Kollegin ihren Geburtstagskuchen mitbekommt, eine interne Abstimmung stattfindet, o.ä.

 

 

 4) „Home-Office ist wie Büroarbeit, nur ein bisschen anders“

Das ist völlig Quatsch!

Allein wenn du dir die ersten drei Punkte genau durchgelesen hast, kannst du erahnen, was alles in der Führungsarbeit beachtet werden muss. Du bekommst eine Idee, wie unterschiedlich die Bedürfnisse der Kollegen untereinander sind und welche Anforderungen an Kommunikation, Organisation, Produktivitätsstrukturen etc. notwendig werden.

Wer behauptet, dass es egal ist von wo er arbeitet, er bringt seine Leistung, dem glaube ich das.

Wer aber behauptet, dass es egal ist von überall mit einem Team zu arbeiten oder dieses dezentral zu führen, dem möchte ich hier deutlich widersprechen.

Aber: Zusammenarbeit auch in der mobilen Form kann super gut funktionieren!

 

5) „Arbeitsgesetze gelten im Home-Office nicht“

Gesetzte lassen sich nicht dadurch umgehen, indem man die Arbeit außerhalb des Unternehmens in das Home-Office der Mitarbeiter verlagert.

Führungskräfte sind bei arbeitsrechtlichen Themen häufig noch sehr unsicher. Grundsätzlich gilt aber, dass die Gesetzte, die im Büro gelten, auch für das Home-Office gewährleistet werden müssen. Carina Konto hat das in ihrem Beitrag „Rechtslage für das Home-Office- 6 Punkte-Checkliste für das Home-Office“ Handelsblatt treffend zusammengefasst.

Ich werde dem Thema „Home-Office“ eine ganze Artikelreihe widmen und vor allem meine praktischen Erfahrungen einfließen lassen. Zum Beispiel, wie die Kommunikation und Produktivität innerhalb eines virtuellen Teams, das teilweise auch im Home-Office arbeitet, verbessert werden kann. Oder auch, wie sich Mitarbeiter und Führungskräfte besser auf diese neue Arbeitsform vorbereiten können. Mehr davon auch in meiner Home-Office Guideline, die du kostenlos bestellen kannst!

Herzliche Grüße, Stefanie Meise


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