• Warum ein bewusstes Onboarding für Homeoffice-Neulinge so wichtig ist – und worauf du als Führungskraft schon im Vorfeld achten solltest

     

    Ein kompetentes Onboarding im Homeoffice bietet Mitarbeitern viele Chancen. Sie haben von Beginn an die Möglichkeit, erfolgreich von zu Hause aus zu arbeiten. Gleichzeitig schaffen Führungskräfte einen Rahmen, der smartes und virtuelles Arbeiten und Führen ermöglicht.

    Homeoffice ist in den letzten 1-2 Jahren deutlich populärer und salonfähiger geworden.

    Sicher auch deswegen, weil mobiles und flexibles Arbeiten im Zuge von Arbeit 4.0., Fachkräftemangel, Work-Life-Balance in der modernen und vernetzten Arbeitswelt gefragter ist.

    Laptop im Cafe -smart working

    Der Faktor Mensch – im Homeoffice geht es nicht nur um Technik

    Mal ehrlich: Machst du dir vorher Gedanken, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiter und Führungskraft oder im Team verändern wird, wenn das erste mal ein Mitarbeiter ins Homeoffice „verschwindet“?

    Oder geht es in deinen Gedanken in erster Linie um die Bereitstellung des technischen Equipments?

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass Führungskräfte nicht so richtig in der Lage sind, ihren Mitarbeitern ein Onboarding in ihr eigenes Homeoffice zu ermöglichen. Es fehlt an Homeoffice-Kompetenz und auch manchmal an einem grundlegenden Verständnis für den „Faktor Mensch“, der sich anders verhält, wenn sich das Arbeitsgefüge, das System ändert.

    Homeoffice ist in Unternehmen noch nicht alltäglich und immer noch etwas “Besonderes”.

     

    Gründe für Homeoffice

    Hast du auch schon einmal davon gehört?

    Manchmal begegnet einem der sehr verstaubte Begriff „Telearbeit“ oder „Heimarbeit“ und steht als Synonym für Homeoffice. Ist schon komisch. Telearbeit hört sich so an wie das Telekolleg aus den 90 er Jahren.

    Interessant ist, dass gerade im letzten Jahr die Unternehmensbereitschaft größer geworden ist, Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig:

    • Arbeitsausfälle durch Streiks kompensieren

    • Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf unterstützen

    • Arbeitgeberattraktivität steigern

    • Vereinbarkeit des persönlichen Work & Life als Mitarbeiterbindungsinstrument

    • u.v.m.

    Wie gut hast du dich als Führungskraft, Teamkollege auf diese veränderte Situation vorbereitet?

    Wenig. Weil in vielen Unternehmen Home-Office noch keine “normale” Arbeitsform ist?

    Wenig. Weil die veränderte Art der Zusammenarbeit weder bei Führungskräften noch bei den betroffenen Kollegen bekannt ist und ausreichend Erfahrungen vorliegen?

    Das ist schon paradox.

    Als Führungskräfte planen und organisieren wir unsere Geschäftsreise, ein wichtiges Meeting, welches wir selber leiten, sehr präzise.

    Führungskräfte wollen das Steuer in der Hand behalten. Und sie wollen handeln können, wenn es darauf ankommt.

    Aber bei diesem Thema scheint es so zu sein, als ob es nicht ernst genommen wird.

     

     Freiheit-Homeoffice -Smart führen

    Arbeiten im Homeoffice – Das hört sich so einfach an.

    “Ja, du kannst ab nächster Woche von zu Hause aus arbeiten. Das Unternehmen stellt dir einen Laptop und ein Headset zur Verfügung, wir regeln noch ein paar technische und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen und dann kann das Arbeiten von zu Hause aus starten.“

    So ähnlich höre ich das häufiger.

    Im Grunde geht es bei dieser Entscheidung nur um den formalen Rahmen.

    Ich finde, ein Unternehmen ist auch in der Pflicht, seine Führungskräfte und die Mitarbeiter, die zukünftig von zu Hause aus arbeiten, auf die neue Art der Zusammenarbeit vorzubereiten.

    Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich nur zu genau, dass sowohl Mitarbeiter als auch die Leitungsebene sehr benebelt, euphorisch oder gar blauäugig einer Homeoffice-Tätigkeit zustimmt. Alle sind im ersten Moment zufrieden und dann fangen ganz langsam die Phantasien an zu spinnen.

    Daher empfehle ich dir, noch bevor du einen Mitarbeiter die Chance gibst im Homeoffice zu arbeiten, zu prüfen, ob er sich dafür wirklich eignet.

     Frosch_Onboarding-Überblick

     

    5 Vorurteile oder Wahrheiten- warum Homeoffice eine Chance, aber keine Garantie für ein erfolgreiches und glückliches Arbeiten im Homeoffice ist.

    Es ist wie es ist: Die Medaille hat immer zwei Seiten. Da wo wir über Vorurteile sprechen, ist immer auch ein Funken Wahrheit mit dabei. Du kannst ja für dich entscheiden, ob mehr Wahrheit oder mehr Vorurteil eine Rolle spielt:

     

    Vorurteil / Wahrheit 1: Problemlos von zu Hause aus arbeiten.

    Wer super im Team arbeitet, den direkten Austausch und die direkte Beziehung liebt, kann problemlos 1:1 die gleiche Arbeitsleistung von zu Hause erbringen. Wirklich? Und ist dein Mitarbeiter dafür geeignet?

    Arbeiten aus dem Homeoffice ist anders als im Büro, obwohl sich die Tätigkeiten und die Abläufe eigentlich nicht groß unterscheiden sollten.

    Nicht jeder hat die erforderlichen Selbstführungs- und Organisationskompetenzen. Und mit dem Fehlen des direkten Austausches unter Kollegen, Strukturen, geregelten Abläufen, des gewohnten Büro-Mief fangen die Unstimmigkeiten an, bis sie zu Problemen werden.

    Vorurteil / Wahrheit 2: Die Home-Worker lümmeln den ganzen Tag im Schlafanzug oder im Jogger vor dem Laptop.

    Hast du auch schon davon gehört? Die meisten Mitarbeiter, Kollegen und Bekannten, die im Homeoffice arbeiten, machen das nicht. Für sie ist das wichtig, sich ihrer Tätigkeit entsprechend zu kleiden. Wenn ich ein Verkaufsgespräch führe, ist es einfach für mein Mindeset wichtig im Denken und Fühlen komplett eingestimmt zu sein. Und dann trägt professioneller Vertriebler keine Jogginghose!

     

    Vorurteil / Wahrheit 3: Im Homeoffice kann man produktiver arbeiten.

    Richtig oder falsch?. Man kann produktiver arbeiten, muss es aber nicht. Dafür muss ein Mitarbeiter mit einer Zeit- und Organisationskompetenz ausgestattet sein. Der Mitarbeiter muss diese Kompetenz bereits mitbringen, bevor er ins Homeoffice geht. Im Idealfall kann er diese Kompetenzen im neuen Arbeitsumfeld weiterentwickeln.

     

    Vorurteil /Wahrheit 4: Vereinbarkeit von Familie ist mit Homeoffice kein Problem.

    Da kann ich nur sagen: Frag mal die Mütter, die Kinder im Alter zwischen 2 und 14 Jahren haben. Sie stemmen im geregelten Arbeitsalltag die täglichen Herausforderungen eines Familienlebens. Warum glauben alle, dass sich diese Herausforderungen leichter vereinbaren lassen, wenn man von zu Hause aus arbeitet? Ich empfehle diesen Punkt offen und ehrlich mit den Mitarbeitern zu besprechen und eine gemeinsame Basis zu schaffen.

     

    Vorurteil /Wahrheit 5: Arbeiten und Leben in den eigenen 4 Wänden ist voll cool.

    Ja, das liegt im Trend. Aber nicht für jeden Mitarbeiter ist das die richtige Arbeitsform. Zum Beispiel für Mitarbeiter, von denen wir Führungskräfte wissen, dass sie Beruf und Privat nicht gut trennen können, die Schwierigkeiten haben abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Für die ist es uncool die Arbeit so unmittelbar im Hause zu haben. Denk´ darüber vorher nach. Denn du hast hier auch eine Sorgfaltspflicht.

    Was ist zu beachten, wenn Mitarbeiter in Zukunft aus dem Homeoffice heraus arbeiten möchten?

     

    Ehrlich.

    Nicht für jeden Mitarbeiter ist Homeoffice die geeignete Arbeitsform und der geeignete Arbeitsort.

    Es ist modern, aber es ist nicht für jeden Mitarbeiter ideal.

    Aus meiner Berufserfahrung möchte ich dir 3 Tipps nennen, die dir helfen können mehr Klarheit zu schaffen, ob dein Mitarbeiter für das Homeoffice geeignet ist.

    Wenn du die Punkte bejahen kannst, wunderbar!

     

    Tipp 1

    Spreche mit deinem Mitarbeiter, was die Beweggründe für ein Arbeiten im Homeoffice sind. Warum möchte der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten? Sind mit diesem Wechsel die Bedürfnisse befriedigt? Ist der Mitarbeiter überhaupt von seiner Persönlichkeit und seiner Struktur in der Lage, sich selbst zu organisieren und zu motivieren?

    Tipp 2

    Gibt es für Home-Office-Starter bei dir ein Onboarding? Die Arbeit im Homeoffice ist zwar inhaltlich gleich, aber zu Hause, in den eigenen vier Wänden doch herausfordernder. Lass´ deine MA nicht alleine, sondern unterstütze Sie in den verschiedenen Aspekten des Homeworkings und begleite sie.

    Tipp 3

    Kannst du garantieren, dass dein Homeoffice-Mitarbeiter ein aktiver Teil deines Teams bleibt und nicht vom “Mitarbeiter-Radar” verschwindet? Nach der Euphorie kommt Normalität. Und damit kommt nicht jeder zurecht und droht manchmal sich vernachlässigt zu fühlen. Vereinbare wirklich regelmäßige Gespräche und vermeide es, deinen Mitarbeiter vom Radar zu verlieren!

    Wenn du mehr über das Arbeiten im Homeoffice erfahren möchtest und worauf du als Führungskraft achten solltest: Hol dir meinen kostenlosen 3teiligen Homeoffice-Guide!

    Herzlichst, Stefanie Meise