Kleiner Knigge: Mobile-Worker und ihre Lieblingsarbeitsplätze

Endlich raus aus dem miefigen Büro oder dem Homeoffice.

Mobiles, ortunabhängiges Arbeiten ist Trend.

Yes. Das ist der Traum vieler freiheitsliebender Mitarbeiter. Und meiner auch! Das Bedürfnis aus den vier Wänden zu entfliehen, haben auch festangestellte Mitarbeiter, die im Büro oder von zu Hause aus arbeiten.

Endlich – Leben und Arbeiten wie ein Digitaler Nomade!

Digitale Normaden

Naja, das ist jetzt etwas zu viel phantasiert, aber darüber wird ja gerade viel gesprochen und das hört sich alles so easy und hip an.

Das Laptop und Smartphone in den Rucksack und los in ein cooles Café oder zum Strand.

Ich wähle mir meine bevorzugten Arbeitsplätze selber aus und mache es mir an meinen Lieblingsplätzen gemütlich. Verrichte von dort aus meine Arbeit. Tippe in die Tastaturen und führe mit dem Smartphone oder via Skype routiniert die Kundengespräche.

Ich liebe die entspannte Atmosphäre für mein Work & Life.

Und viele festangestellte Mitarbeiter sind bereits Mobile-Worker.

 

Wer ist eigentlich ein Mobile-Worker?

Ein Mobile-Worker ist jemand, der nicht regelmäßig an einem festen Arbeitsplatz seinen Job verrichtet. Das kann durchaus ein Selbstständiger, aber auch ein festangestellter Mitarbeiter sein. Mobile-Worker arbeiten ortsunabhängig, mobil und flexibel.

Durch die Zunahme an Wissensarbeit entstehen viele neue Jobs für Wissensarbeiter. Industriearbeitsplätze nehmen hingegen ab. Das hat auch zur Folge, dass Wissensarbeit nicht zwingend im Büro erbracht werden muss. Der herkömmliche Büroarbeitsplatz hat zwar nicht ausgedient, doch seine Nutzung nimmt ab. Nur noch rund die Hälfte (Deutschland: 53 Prozent, weltweit: 67 Prozent) der Angestellten wird im Jahr 2020 vorwiegend vom Büro aus arbeiten. Das ist das Ergebnis des „Workplace of the Future“-Report des amerikanischen Netzwerkausrüsters Citrix Systems.

Mobile Arbeiten_Citrix

Im Angestelltenverhältnis hat man da schon eher den Eindruck, ein Privilegierter zu sein, wenn man aus dem Homeoffice heraus arbeiten kann.

Ob ich aber von zu Hause aus arbeite oder in der Nachmittagssonne im Café sitze, sollte eigentlich egal sein. Hauptsache das Ergebnis stellt alle zufrieden.

In der Realität erzählen Mobile-Worker eher, dass sie vom Homeoffice oder vom Zug aus arbeiten, als zu berichten, dass sie einen super produktiven Nachmittag im Café verbracht haben.

 

Mehr mobiles Arbeiten – mehr Mobile-Worker

Bis 2020 wollen 94 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten ermöglichen. Jedes zweite deutsche Unternehmen erfüllt bereits heute die technischen Voraussetzungen, um allen Angestellten mobiles Arbeiten anzubieten.

Wir sind schon jetzt häufiger ein Mobil-Worker, als es uns klar ist.

Menschen vor dem Laptops im Cafe

Auf Dienstreisen, zwischen dem einen oder anderen Kundentermin, in Cafés, im Zug, an Flughäfen, bei Mäckes. Und manchmal eben auch gechillt auf dem Balkon, im Schwimmbad o.ä.

Aber darüber spricht man lieber nicht;-)

Das ist für uns völlig normal. Hauptsache die Arbeit wird erledigt und wir können das meiste der Arbeit schon unterwegs verrichten, damit die sich nicht auf unseren Schreibtischen stapelt.

 

 

Knigge für Mobile-Worker

Wenn wir mit unseren Laptops & Smartphones an geselligen Orten zum Arbeiten ausbreiten, sollten wir uns auch darüber klar sein, dass wir auf Menschen treffen, die genau das Gegenteil vor haben, zu dem was wir gerade tun: Sie wollen vielleicht in den Urlaub fahren, Freunde in anderen Städten besuchen, mit der Mutter eine kleine Tasse Kaffee trinken oder einfach ein Glas Wein mit dem Liebsten genießen.

Gestört aber geil

Bloß kein Egotrip!

Ein gutes Miteinander ist für alle Gold wert. Egal von welchem Ort aus du arbeiten möchtest, nimm einfach etwas Rücksicht. Damit jeder seine ganz persönliche (Arbeits-) Oase genießen kann, stelle ich hier 9 ganz einfache Tipps für Mobile-Worker vor.

 

  1. Wenn einer eine Reise tut…

Du kennst das wahrscheinlich auch. Du verreist mit dem ICE und planst so, dass du möglichst viel während der Zugreise abarbeiten kannst. Egal ob am Laptop oder das Abarbeiten von Rückrufen. Du steigst in den Zug. Noch nicht ganz am reservierten Platz angekommen, scannst du schon ob die Steckdose frei ist. Und wehe, so ein “Milchgesicht” zapft für Computerspiele Strom, während du, der den wirklich “wichtigen Dingen” nachgehen musst, dafür Strom benötigst.

Vielleicht hast du aber noch genug Strom in deinen Geräten. Dann entspann dich. Spreche mit deinem Sitznachbarn, dass jeder seine Gerätschaften laden kann. Eigentlich normal. Aber wir verhalten uns wie Geier, so als ob es morgen kein Strom mehr geben würde.

 

  1. Caffé Latte oder eher Matcha-Tee?

Spielt keine Rolle. Wenn dir dein Getränk gebracht wird, unterbrich deine Arbeit für einen Augenblick. Suche den Blickkontakt und sei freundlich zu dem Menschen, der serviert. Bedank dich für dein Getränk. Nimm auch die Menschen um dich drum herum einfach wahr. Kleine herzliche Augenblicke schenken allen Menschen ganz einfach Wertschätzung und Wärme.

 

  1. Stromanschlüsse & Wifi-Zugänge: Wem gehört der Anschluss?

An öffentlichen Plätzen sind Stromanschlüsse und Wifi-Zugänge nicht in Hülle und Fülle verbreitet. Und Cafés, die das anbieten, machen das nicht aus Selbstzweck. Also nimm Rücksicht und halte dich nicht den ganzen Tag bei einem Latte Machiatto im Café auf und blockiere nicht für andere die Annehmlichkeiten!

 

  1. Stau im World-Wide-Web

Gerade öffentliche Hotspots werden stark frequentiert. Vermeide es, Filme zu streamen oder zu skypen. Und wenn es geht, vermeide auch Mega-Downloads, damit alle Nutzer etwas vom freien Internet haben.

 

  1. Kopfhörer auf!

Webkonferenzen oder Telkos gehören ganz selbstverständlich zur Arbeit eines Mobile-Workers. Aber mal ehrlich: Wer hat sich noch nie von einem Berufstätigen gestört gefühlt, der uns indirekt an seinem Business teilhaben lassen hat. Die Lautstärke am Empfangsgerät war vielleicht nicht gut eingestellt. Ein guter Kopfhörer, ein Headset gehört zur Grundausstattung eines Mobile-Workers. Das Headset schützt zum einen davor, dass sensible Informationen mitgehört werden. Zum anderen verschonst du gleichzeitig deine Umgebung mit blechernen, abgehackten Unterhaltungsfetzen aus dem Smartphone oder Laptop.

 

  1. Du bist nicht alleine – Pass deine Lautstärke an!

Vielleicht ist dir das bei anderen schon aufgefallen: Sie haben die Stöpsel im Ohr und verhalten sich automatisch lauter und gefühlt rücksichtsloser. Wenn wir ein Headset auf den Ohren haben, nehmen wir uns nicht mehr “normal” wahr. Wir reden lauter, legen Dinge plump und polternd auf dem Tisch ab, etc. Versuche deine Lautstärke und deine Bewegungsgeräusche bewusst zu dämpfen, wenn deine Ohren nicht frei sind!

 

  1. Sei freundlich

Du nimmst im Café, im Park oder auch im Zug einen “Arbeitsplatz” ein, der für andere eine Frühstücksoase, ein Reise- oder Freizeitplatz ist. Mach diese Orte nicht egoistisch zu deinem Stammarbeitsplatz mit all deinen persönlichen Allüren. Sei nett zur Bedienung und den Menschen um dich herum!

 

  1. Unterstütze deine Lieblingsarbeitsplätze

An welchen Orten du auch immer arbeitest und dich dabei wohlfühlst. Teile es anderen via Facebook, Twitter & Co. mit. Gib deinen schönsten Arbeitsorten und den Menschen einfach ein positives Feedback – Like it!

 

  1. Du bist hier nicht alleine zu Hause!

Auch wenn es selbstverständlich sein sollte, sei es hier zum Schluss nochmals deutlich gesagt: Du arbeitest an öffentlichen Plätzen, in Cafés, Restaurants etc. und bist nicht alleine. Sogar nur Gast. Also benimm dich bitte auch so! Oder fahre zurück ins Büro oder in dein Home-Office.

 

Weiterhin viel Freude beim mobilen Arbeiten und Leben 🙂

Stefanie Meise


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