Eigenverantwortung in disruptiven Zeiten.

Upps. Entwicklung verpennt?

In der letzten Zeit beobachte ich zwei Verhaltensweisen von Unternehmen:  Die einen digitalisieren und automatisieren auf Teufel komm raus und wollen die Chancen nutzen. Dabei wird es häufig versäumt, Mitarbeiter in die neuen Digitalisierungsentscheidungen und– prozesse einzubeziehen. Sie versuchen dennoch Anschluss zu halten.

Und die anderen warten ab.

Doch kann ich mir als Mitarbeiter – egal zu welchen beiden Unternehmen ich gehöre – in der aktuellen Zeit erlauben, abzuwarten und zuzusehen, was passiert? Kann ich mir erlauben zu warten, bis mich mein Chef über strategische Entscheidung informiert und mir dann mitteilt, wie es weitergeht?

Aus meiner persönlichen Sicht ist jeder selbst dafür verantwortlich, wie es im eigenen Berufsleben weitergehen wird. Jeder Mitarbeiter trägt die Eigenverantwortung für seine Zukunft. Auch wenn das in der Vergangenheit häufig nicht der Fall war und teilweise immer noch nicht so wahrgenommen wird.

Vor 1,5 Jahren habe ich meinen Mitarbeitern einmal eine Skizze aufgemalt und gezeigt, wie sich der Markt im Verhältnis zum eigenen Wissensstand entwickelt. Konkret ging es darum, dass ich die These vertrete, dass jeder Mitarbeiter selber dafür verantwortlich ist,  wie sich der Wert der eigenen Arbeitskraft im Verhältnis zum Bedarf der digitalen Arbeitswelt verhält.

Meine Absicht war es, die Mitarbeiter zu sensibilisieren, dass jeder sich in seinem Fachgebiet weiterentwickeln sollte, um für den neuen Markt attraktiv zu bleiben. Jeder Mitarbeiter sollte es vermeiden, unbewusst in eine Rückschritts-Spirale zu geraten. Mein Kredo ist und war: Du musst wissen, wo du mit dem Wert deiner Arbeit im Vergleich zum Markt stehst – gerade in einer extrem schnelllebigen digitalen Arbeitswelt. Ich glaube, dass damals mein Anliegen kaum verstanden wurde.

Aber damals hatte auch ich etwas ganz anderes nicht verstanden:  Hinter dieser Art der Veränderungsbereitschaft steckt die Erkenntnis, dass ich für mich selber Verantwortung übernehmen muss.

Eigenverantwortlich denken und handeln.

Das werden zukünftig wichtige Merkmale von Menschen sein, die in einer immer komplexeren und digitalen Arbeitswelt besser zu Recht kommen als andere, die einfach abwarten.

 

Was ist Selbstverantwortung?

In vielen Unternehmen gilt immer noch: Wer das Wissen hat, hat die Macht. Doch das stimmt häufig nicht mehr. Die Halbwertzeit von Wissen wird immer geringer und in manchen Branchen überholt sich diese innerhalb von nur 1-2 Jahren. Wenn ich in solchen Branchen arbeite, dann ist ein intrinsisch motiviertes Interesse wichtig, mich fachlich und auch persönlich weiter zu entwickeln.  Diese Entwicklung ist meine eigene Verantwortung.

Im Idealfall unterstützt mich der Arbeitgeber bei diesem Weg. Tut er das nicht, muss ich selber entscheiden, ob ich mich auf meine Kosten weiterbilde und meine neuen Kenntnisse bei einem modernen Arbeitgeber einsetze und praktische Erfahrungen dazugewinne. Oder: Ich entscheide mich dagegen. Aber dann so, dass ich mich auch von diesem Arbeitgeber abwende.  Denn mal ehrlich: Was bringt es dir, bei einem Arbeitgeber zu bleiben, der mit dem Fortschritt am Markt nicht Schritt halten kann? Du gehst dann mit deiner Arbeitskraft im Vergleich zur Marktentwicklung zurück!

Selbstverantwortung bedeutet, für sich selber konsequent einzustehen.

 

Die Wissenden fressen die Unwissenden

Wo stehst du also aktuell?

Studien belegen, dass der Wert des Wissens, dass heute ein Mitarbeiter besitzt, sich alle drei Jahre halbiert. Das Wissen, das ich also heute habe, ist in drei Jahren also nur noch die Hälfte wert! Wow! Und in 6 Jahren nur noch ¼ und in 9 Jahren nur noch 1/8 und in 20 Jahren nur noch 1%.

Als Wissensarbeiter kann ich mir also überhaupt nicht erlauben, nicht in meine Weiterentwicklung zu investieren.

In der aktuellen 48. Folge des „On the Way to New Work“-Podcast sprechen Michael Trautmann und Christoph Magnussen mit Jenny von Podewils über den beruflichen Werdegang und wie sie aus ihrer Begeisterung für das Lernen einen Beruf entwickelt hat. Diesen spannenden Podcast möchte ich dir einfach ans Herz legen.

 

Und besitzt du das notwendige Wissen?

Alvin Toffler war ein namhafter US-amerikanischer Futurloge und bekannt für seine Arbeiten in Bezug auf die digitalen Technologien und Thesen. Von ihm stammt frei übersetzt folgendes Zitat:

„Analphabeten des 21. Jahrhunderts werden nicht diejenigen sein, die nicht lesen und schreiben können, sondern diejenigen, die nicht lernen, entlernen und neu lernen können.“

(„The illiterate of the 21st Century are not those who cannot read and write but those who cannot learn, unlearn and relearn.“ — Alvin Toffler)

 

Es ist wichtig, sich ständig persönlich und beruflich weiter zu entwickeln und den Wissenstand, deine Persönlichkeit immer zu hinterfragen, sich zu reflektieren und sich anzupassen.

Was ist, wenn dein Wissen bereits abgelaufen ist?

Immer mehr disruptive Geschäftsmodelle etablieren sich auf dem Markt und verändern die Arbeits- und Lebenswelt.  Mal ehrlich: Verstehst du derzeit, wie disruptive Geschäftsmodelle laufen? Was Kundendaten für  Unternehmen bedeuten? Hast du eine Idee, wie sich die Branche, in der du arbeitest, sich in den nächsten 2-5 Jahren entwickeln wird? Wo geht die Reise hin und wo stehst du gerade?

Stell dir vor, du kannst diese Fragen einigermaßen beantworten. Und, rational betrachtet, wäre deine Bewertung so, dass deine Branche sich radikal verändern wird und du wie am Bahnhof stehen bleibst und dem Zug der Zukunft hinterher schaust. Willst du das wirklich?

Wenn du das nicht willst, musst du deine Zukunft selbstbestimmt und eigenverantwortlich in die Hand nehmen. Nur du kannst deine Zukunft aktiv gestalten!

 

5 Tipps. Wie du eine Zukunft mitgestalten kannst

 

  • Umgib dich mit Menschen, die mehr von dem wissen, was du benötigst (Branchenwissen/Fachwissen)
  • Mache eigene Erfahrungen, probiere etwas aus und lerne Neues dazu!
  • Sei weniger perfekt, 80% reichen auch aus, gem. Paretoprinzip! Das Tempo der Veränderung ist so rasant, dass du kaum die Chance hast, alles zu 100% zu erschließen, bevor du aktiv wirst.
  • Bilde dir zu deiner Zukunft eine eigene Meinung und höre nicht pauschal auf die Leute, die immer laut poltern und vermutlich alles wissen. Hinterfrage, gehe einer Sache ruhig mal auf den Grund.
  • Sei zufrieden, aber gibt dich nicht zufrieden!

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